Viterbo

Falls Sie Lust auf einen kleinen Raubzug haben, sei die Kommune Viterbo in Mittelitalien empfohlen. Auf dem Gebiet der Gemeinde im Norden der Provinz Latium werden die Goldreserven des Italienischen Staates gelagert. Es gibt aber auch andere Gründe, Viterbo einen Besuch abzustatten, denn hier stehen einige interessante Sehenswürdigkeiten, die Stadt hat eine sehr vielseitige Geschichte und hier wird alljährlich eine überregional bedeutende Prozession abgehalten.

63.000 Menschen leben und arbeiten in Viterbo, die Stadt ist Bischofssitz und Hauptstadt der Provinz Viterbo im Latium. Die Stadt liegt in einer schönen Landschaft mit vielen Hügeln, eine beschauliche Gegend in Latium, ein wenig wie die nicht weit entfernte Toskana im Norden. Zum Lago di Vico, einem großen Vulkansee ist es in südlicher Richtung nicht weit und nördlich von Viterbo befindet sich der wunderbare Lago di Bolsena. Er ist vor 300.000 Jahren entstanden, als vulkanische Magmakammern zusammenbrachen. Der Bolsenasee ist beinahe rund wie ein Kreis und hat einen Umfang von 43 Kilometern – ein ganz tolles Stück Natur abseits vom Massentourismus.

Ausgrabungen belegen, dass schon die Etrusker auf dem Stadtgebiet von Viterbo siedelten. Die Römer eroberten den Ort und er gewann dank seiner Lage an der wichtigsten Verbindungsstrasse von Rom in die Toskana an Bedeutung. Später hatten die Langobarden hier das Sagen, bevor der Kirchenstaat sich Viterbo einverleibte. Kaiser Friedrich I. aus dem Geschlecht der Staufer, genannt Barbarossa (Rotbart) war es, der Viterbo 1167 das Stadtrecht verlieh. Viterbo wird auch „Stadt der Päpste“ genannt, denn im Mittelalter nahmen hier mehrere Päpste ihre Residenz, auch einige Konzile wurden in Viterbo abgehalten. Sogar die Papstwahl fand in Viterbo statt und endete mit einem Rekord. Das längste Konklave der Kirchengeschichte dauerte von November 1268 bis September 1271 – dann endlich war in Viterbo der neue Papst gewählt. Das Lustige: Einigen konnten sich die Kardinäle am Ende nur, weil man sie bei Wasser und Brot einsperrte, bis sie ein neues Kircheoberhaupt erkoren hatten. Der Auserwählte ging als Papst Gregor X. in die Geschichte ein.

Noch heute profitiert die Stadt Viterbo von der großen Vergangenheit, in der Altstadt sind noch viele Gebäude aus dem Mittelalter erhalten. Es macht Spaß hier zu spazieren und sich vorzustellen, wie das Leben vor 900 Jahren hier gespielt haben mag. Auf einem ehemaligen Herkulestempel soll die Kathedrale von Viterbo errichtet worden sein. Das Gotteshaus wurde 1181 eingeweiht, etwas seltsam sieht der Glockenturm aus, der bis zur halben Höhe aus Backstein besteht und oberhalb eine schöne Fassade trägt, als sei er Teil des Doms zu Siena.

Immer am 3. September kommen tausende Gläubige nach Viterbo, um an einer Prozession zu Ehren der Heiligen Rosa teilzunehmen. Rosa erblickte in Viterbo 1233 das Licht der Welt und starb schon mit 18 Jahren. Die Dame war eine gottgeweihte Jungfrau, die mystisches Erleben kannte. Sie gilt als Schutzpatronin der italienischen Mädchen katholischen Glaubens. Ihr Leichnam kann heute in einem Glassarg in der Kirche des Klarissenklosters angeschaut und angebetet werden. Viterbo – viel Geschichte, viel Kirche, viel Mystik.

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